Die Rangordnung der Pferde

Sogar bei scheinbar langweiligen Pferdeverhalten können wir wunderbar die situationsbedingte Rangordnung bei Pferden beobachten. Neigt sich ein Tag dem Ende, begibt sich eine Herde wilder Pferde zur Nachtruhe. Dafür wechseln sie ihren Standort. Bei den meisten Hauspferden ist das übrigens genauso: Die Pferdehalter holen ihre Tiere von der Weide.

Wie machen es die Wildpferde?

Es gibt Hengste, die treiben ihre Stuten gegen Abend zusammen. Anschließend geht die Leitstute vorweg und die Herde folgt ihr, aufgereiht wie an einer Perlenkette zum Schlafplatz. Der Hengst trottet in aller Ruhe am Ende der Gruppe hinterher.

Es gibt aber auch andere Optionen.

An einem lauen Frühlingsabend machte ich gerade mitten in einer Herde, die ich schon seit mehreren Jahren immer wieder begleitete Aufnahmen, als der Leithengst durch ein kurzes leises Brummeln seine Herde aufforderte ihm in den Wald zu folgen. Gemeinsam mit den anderen Hengsten aus der Gruppe machten sich die Männer langsam auf den Weg in Richtung Waldrand. Die Herde machte allerdings keinerlei Anzeichen ihren „Anführern“ zu folgen.

Der Leithengst der Herde wartet am Waldrand.

Der Leithengst der Herde wartet am Waldrand.

Ich erwartete also, dass in Kürze entweder der Althengst damit beginnt seine Stuten anzutreiben oder er zumindest seine Nachwuchshengste losschickt, um die Stuten zu holen. Es passierte aber nichts dergleichen. Die drei Herren blieben am Waldrand stehen, schauten in Richtung der Herde, die nur etwa 100 Meter entfernt von ihnen graste und warteten ab.

Die beiden Nachwuchshengste warten zusammen mit ihrem Vater.

Die beiden Nachwuchshengste warten zusammen mit ihrem Vater.

Eine halbe Stunde später brummelte der Althengst erneut und die Herde setzte sich in Bewegung. Die drei Hengste gingen vorweg und die Herde folgte ihnen durch den dichten unübersichtlichen Wald, bis hinaus auf eine weite Moorfläche, wo sich die Herde zur Nachtruhe versammelte. Obwohl ich schon hunderte Male abends mit wilden Pferden zur Nachtruhe gezogen bin, war dieser Abend für mich einer der eindrucksvollsten. Ein starker, erfahrener Hengst, der nicht auf den Zeitpunkt des Weiterziehens bestand und völlig gelassen seine Aufforderung wiederholte, allerdings bei dem Weg keinerlei Abweichung tolerierte.

Wildpferde verlassen sich, um den besten Weg zu finden auf ihre Instinke.

Wildpferde verlassen sich, um den besten Weg zu finden auf ihre Instinke.

Auch, wenn man sich unterordnet, ist man in einer Pferdeherde sicher.

Auch, wenn man sich unterordnet, ist man in einer Pferdeherde sicher.

Befindet man sich mitten in einer Herde, kann man sich einfach treiben lassen.

Befindet man sich mitten in einer Herde, kann man sich einfach treiben lassen.

In dieser Nacht hatte ich mitten in einer Herde wilder Pferde gelernt, dass Pferde zwischen Zeit und Raum unterscheiden und sogar verschiedene Tiere einer Herde über den jeweiligen Punkt entscheiden können, ohne dass auch nur ein Hauch von Rangstreitigkeiten erfolgt.

Am nächsten Morgen hat sich die Aufgabenverteilung wieder verändert. Zwei Pferde halten bei Sonnenaufgang Wache und haben damit das Komando.

Am nächsten Morgen hat sich die Aufgabenverteilung wieder verändert. Zwei Pferde halten bei Sonnenaufgang Wache und haben damit das Komando.

Die Teilung der Rangordnung

Diese Teilung der Führung bei wilden Pferden können wir sehr gut auch im Umgang mit unseren Hauspferden anwenden. Ein typisches Beispiel dafür ist der Ausritt. Als Mensch bestimmen wir, wann der Ausritt stattfindet. Reiten wir dabei durch unübersichtliches Gelände, ist es in der Tat sehr hilfreich, unserem Pferd die Freiheit zu geben, den genauen Weg zu bestimmen. So können wir auf einfachste Art und Weise beginnen eine partnerschaftliche Kommunikation mit unseren Pferden aufzubauen. Ich weiß, dass an dieser Stelle viele vielleicht denken: ja, gut das habe ich schon gemacht, das ist ja auch nicht schlimm. Aber was ist, wenn es um darum geht, dass mein Pferd nicht das tut, was ich gerne möchte? Dann wird´s doch gefährlich, wenn ich in der Rangordnung nicht ganz oben stehe, oder?

Wer so denkt, hat ein anderes Muster im Kopf.

Es ist das Muster einer starren Rangordnung, die einmal geklärt lange besteht und für alle Situationen gilt. Auch dieses Prinzip kommt bei wilden Pferden vor. Allerdings nicht innerhalb einer Herde, sondern zwischen verschiedenen Herden.

Die feste Ordnung

Treffen zwei Herden wilder Pferde aufeinander gilt eine strickte Rangordnung. Die Position der Herde entspricht der des Leithengstes. Ist die Rangordnung zwischen zwei Leithengsten einmal geklärt, wird sie zwar immer wieder durch ein Annähern bestätigt, aber ernsthafte Kämpfe sind dann selten. Die Körpersprache, die die Hengste bei ihren Begegnungen anwenden, finden wir auch innerhalb einer Herde – nicht nur bei Wildpferden, sondern genauso bei unseren Hauspferden. Das ranghöhere Tier geht dabei langsam auf das rangniedrigere Tier zu und wendet dabei seinen Hals seitlich ab. Das rangniedrigere Pferd weicht dann rückwärts aus. Bei Hengsten ist zusätzlich noch ein Markieren und ein Ansteigen zu beobachten. Das Ansteigen geschieht allerdings ohne Berührungen und der Hengst, der tiefer und länger stehen bleibt, wird als ranghöchster durch diese Geste bekräftigt.

Der linke Hengst ist eindeutig höher im Rang.

Der linke Hengst ist eindeutig höher im Rang. Seinen Schwerpunkt hat er nach vorne verlagert und er hat es nicht nötig zu steigen. Der rechte Hengst weicht rückwärts aus.

Warum ist die feste Rangordnung zwischen Herden so wichtig?

Wilde Pferde ziehen nicht in einzelnen Herden durch ihre Lebensräume. Sie kommunizieren ständig mit anderen Herden und schützen sich gegenseitig bei Gefahr. Grob vereinfacht können wir uns das folgendermaßen vorstellen: Die ranghöchste Herde befindet sich in der Mitte, während die anderen Herden sternförmig um sie verteilt sind. Durch diese aufgefächerte Verteilung sind die Herden am äußeren Rand in der Lage frühzeitig die Herden im Kern zu warnen. Wird eine Bedrohung akut, ziehen sich alle Pferde zusammen und flüchten oder verteidigen sich gemeinsam. Hierbei übernimmt der ranghöchste Leithengst aller Herden die Führung. Er entscheidet, ob alle Herden fliehen oder beginnt mit der Verteidigung gegen die Beutegreifer.

Schließen sich mehrere Herden zusammen, herrscht eine klare Rangordnung. Auf diesem Bild sind drei Herden zu erkennen.

Schließen sich mehrere Herden zusammen, herrscht eine klare Rangordnung. Auf diesem Bild sind drei Herden zu erkennen.

Zwei Dinge können wir für den Umgang mit unseren Hauspferden aus dem komplexen Führungsverhalten von wilden Pferden mitnehmen.

Um Pferde zu führen, müssen wir jede Situation richtig einschätzen.
Es gibt zwei verschiedene Rangordnungen bei Pferden

Das große Problem, wenn Menschen versuchen die Leithengstfunktion zu übernehmen besteht darin, dass die meisten vom Charakter her nicht die angeborene Veranlagung haben, wie ein Leithengst, der es ohne Gewalt schafft mehrere Herden anzuführen. Bedenken wir, dass es ein einziges Tier ist, welchem bei Gefahr bis zu 600 Pferde bedingungslos folgen, bekommen wir eine ungefähre Vorstellung davon, wie charismatisch so ein Leithengst sein muss. Allein aus diesem Grund, kann das System der festen Rangordnung nicht generell von uns Menschen angewandt werden.

Aber selbst, wenn wir das Selbstbewusstsein und die Ausstrahlung hätten, wäre es wünschenswert auf diese Art und Weise mit unseren Pferden zu kommunizieren? Versuchen wir uns an dem festen Führungsstil, muss uns klar sein, dass wir nicht zur Herde gehören, sondern fremde Pferde führen. Denn innerhalb seiner eigenen Herde gibt auch der ranghöchste Leithengst seine Führungsposition zeitweise auf.

Welche Erfahrungen habt ihr mit euren Pferden gemacht?

Gibt es Situationen, in denen eure Pferde anders als gewollt reagieren?

Ich freue mich über eure Kommentare…

Übrigens: Die Rangordnung und die Struktur einer Pferdeherde ist auch stark abhängig von den Charakteren der Pferden. Mehr dazu findest du im kostenlosen eBook: Die Leithengst Lüge

Und: Wenn du am Verhalten und Aussehen eines Pferdes erkennen möchtest, um welchen Typ es sich handelt, dann ist die Masterclass genau richtig für dich. Dort erfährst du, welche Ansprüche die einzelenen Pferdetypen an Haltung, Umgang und Ausbildung haben. Lerne die 5 Grundtypen der Pferde kennen: hier klicken!

Comments 33

  1. Hey Mark. Ich habe grade eine Nacht bei unserer wild gewürfelten aber länger jetzt zusammenstehenden Herdé auf 13 Ha verbracht. Sie wird bestimmt durch einen großen schwarzen Wallach, der die drei fähigen Stuten ( eine Alte ist abseits) und das einjährige Junghuhn unter sich hat. Sie bilden das Zentrum. Insgesamt sind es elf Pferde, darunter drei ältere auch abseits stehende Warmblüter und zwei auf sich fixierte alte Isländerbrüder. Über den Tag stehen die Pferde nur in den zwei Unterständen nah aneinander, sonst verteilen sich die Gruppen auf der Fläche. Aber zur Nacht, da holt der Leitwallach die alten Pferde zusammen, unterstützt durch meine Stute, und sie bilden nachts auf der Fläche eine gemeinsame Herdé, weit ab vom umliegenden Wald. Es war Mega spannend zu beobachten. Dass sie sich ablösen zum Schlafen und auch da eine andere, dann aktuell notwendige Rangfolge entsteht, hatte ich schon bemerkt. Den nächsten anvisierten Weideplatz entscheidet auch nicht unbedingt der Wallach. Aber immer wenn es um ein Machtwort geht, dann ist er von allen respektierte Instanz. Ich kann Stunden damit verbringen diese Herdé nicht mehr gerittener Pferde von 1 bis über 30 Jahre Alter zu beobachten. Kehren sie in die zwei nebeneinander liegenden, sich zugewandten Unterstände ein, dann ist es jedesmal spannend wie viel hin und her Gerangel es gibt bis sie doch alle wieder so stehen wie immer…;-). Bis dahin ist es ein Geschiebe, leise Drohgebärden, unterwürfiges Kleinmachen und und und. Ich bin jedesmal fasziniert und angetan von all dem was ich beobachten kann bei dieser Herdé. Danke für deine tollen Texte und Fotos ! Ich beneide dich um deine Zeit dort draußen !!!! LG, Ulrike

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      das ist ja Klasse Ulrike. Das scheint ja eine wirklich intakte Herde zu sein und wie man sieht gar nicht schlimm, dass sich auch mal einzenlne Pferde absondern. (das kommt bei wilden Pferden auch vor). Vielen Dank für deinen Kommentar, es motiviert mich sehr, zu wissen, dass es noch mehr so „verrückte Menschen“ gibt, die sich die Nächte bei den Pferden um die Ohren schlagen. 😉

  2. Sehr geehrter Herr Lubetzkt, nachdem ich beiverschiedenen Pferdetrainern entdeckt habe, dass die Dominanztheorie zwischen Mensch und Pferd bis zur Rechtfertigung von Gewalt gegenüber dem Pferd geht, schließe ich mich eher den neuesten Forschungen der Verhaltensbiologen an, die besagen, eine Rangordnung kann sich nur zwischen Lebewesen etablieren, die um Ressourcen konkurrieren. Also kann man das gar nicht auf die Mensch-Pferd-Beziehung anwenden. Man zettelt mit dem ständigen, ungelassenen Umgang mit dem Pferd nur eine angespannte Situation an, der das Pferd entweder versucht, sich zu entziehen, was als Bestätigung der Domonanztheorie gilt, oder – mit allen negativen psychischen und physischen Auswirkungen, sich in sein Schicksal fügt. Man schätzt, das 80 % der Pferde mit der Angst vor dem Menschen leben. Man kann, wie bei Kindern auch, Grenzen setzen, aber da macht man das ja auch nicht zum Dauerthema und gewaltfrei. Man muß nicht aus allem, wenn z. B. das Pferd draußen sich mal etwas Gras holt, weil es seinem Instinkt folgt, ein Dominanzproblem machen. Und keine Angst, Pferde führen keine Strichliste, wie oft sie mit etwas durchgekommen sind. Bei gelassenem und feinem Umgang reicht in vielen Situationen schon ein Stimmsignal “nein!“ Wichtig ist auch, mit ganz viel positiver Verstärkung zu arbeiten, d. h. Lob bei jedem kleinen Schritt in die richtige Richtung. Viel kann man über den Individualabstand regeln… In “Cavallo“ war ein Bericht über Francois Pignon und seine Partnerin, der diesen Aspekt anspricht und sagt, dass Pferdetraining nichts mit Unterdrückung zu tun hat, das Pferd würde da nur jede Gelegenheit nutzen, zu entkommen. Hinweisen möchte ich auch noch auf den verantwortungsvollen Einsatz von Gebissen und Sporen, wo ein hohes Maß an Wissen und Feingefühl erforderlich ist – Pferde haben keinen Schmerzlaut. Und sie haben bestimmt anderes im Kopf, als den ganzen Tag darüber nachzudenken, wie sie den Menschen am besten in die Pfanne hauen können.
    Viele Grüße und viele schöne Pferdestunden
    B. Götz

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      Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar, Bäbel Götz. Ich kann da nur zustimmen. Auf keinen Fall sollte der Mensch ein Pferd dominieren. (ein Wort, das ich auch normal nicht benutze) Aber ich bin auch der Überzeugung, dass wir nicht alle Pferde gleich behandeln können. Je nach Situation und Charakter des Pferdes sollten wir unsere Kommunikation anpassen. Daher bin ich auch der Meinung, es kann kein starres Ausbildungssystem für Pferde geben. Daher freue ich mich, je mehr Reiter sich Gedanken über das Wohlergehen ihrer Pferde machen.

  3. Manchmal stoßen zwei Welten aufeinander…. ein Moment an dem man persönlich wachsen kann…so nehme ich die Wirkung der Reizworte als Anlass, auch wenn sie schwer in die grade noch gefühlte Harmonie der Erzählung einbrechen und diese schmerzhaft stören.

  4. Mich würde interessieren, wo du diese Beobachtungen gemacht hast. Ich weiß inzwischen, dass ein wildes in Russland lebendes Wolfsrudel sich ganz anders verhält als ein frei lebendes. was der Mensch zusammengewürfelt hat. Bei ersterem hat man nämlich feststellen müssen, dass es garkeine Rangordnung gibt. Ich selber habe in den Pyrenäen 18 Jahre lang frei mit 150 Bergpferden und 5 bis 6 Hengsten gelebt und meine eigenen Erfahrungen machen dürfen. Vielleicht könnte man sich mal direkt austauschen.

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      Die Beobachtungen stammen von Pferden, die wild geboren worden sind. Sie sind auch identisch, egal ob es sich um Herden in Europa oder Nordamerika handelt. Gerne können wir uns austauschen. Nächstes Frühjahr bin ich übrigens wieder zum Drehen in Portugal und komme auf der Fahrt durch die Pyrenäen. Da könnte ich noch gut ein paar Tipps gebrauchen. 😉 Du kannst mich gerne anrufen (bin gerade für ein paar Tage zu Hause) oder eine eMail schreiben.

  5. Ich habe 22 Jahre mit meinem Pferd, Welsh-Araber-Mix lernen können. Mit 19 Jahren habe ich mir den Traum vom eigenen Pferd erfüllt, musste aber noch viel lernen, doch mein damals 5 -jähriger Wallach und ich haben es geschafft ein tolles Team zu werden. Man nannte ihn auch Fjurie oder Black Buity.
    Dann habe ich an Kursen für Bodenarbeit teil genommen, wo man mir sagte, wie ich zum Leittier werden kann und ich immer dominant sein müsste. Unser Verhältnis änderte sich ins Schlechtere. Sonst brauchte ich nur auf die Weide zu kommen und pfeifen, da kam er angaloppiert, jetzt schaute er nur und ließ mich zu ihm kommen. Es dauerte, bis ich mein Pferd wieder verstand und wusste, dass man nicht immer dominant sein muss, sondern ein Team, wo auch das Pferd mitentscheiden kann. Ich habe den Druck aus meiner Arbeit herausgenommen und wir waren wieder beieinander und ich konnte mich bei allen Aufgaben, die ich von meinem Pferd verlangte, auf ihn verlassen, habe aber auch auf ihn gehört.

    Leider ist dieses super Pferd schon im Pferdehimmel seit 15 Jahren, doch er war der beste Lehrmeister.

    Dir will ich für deine super Berichte danken, auch wenn ich kein Pferd mehr habe lese ich diese gerne und lerne immer noch dazu. Vielleicht tritt ja doch noch ein Pferd in mein Leben, man wird sehen.

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      Vielen Dank für deine Schilderung, Monika. Ich glaube, du hattest mit deinem Wallach einen wirklich guten Lehrmeister. Vielleicht kannst du die Erfahrungen, die du mit ihm gemacht hast ja auch ohne Pferd weiter nutzen. Im „normalen“ Leben ist es ja auch oft so, dass wenn man den Druck rausnimmt, vieles Leichter wird.

      1. Danke, ja genau das ist es, Druck rausnehmen. Leider habe ich meinen Pferdespiegel nicht mehr und müsste mir dann selber mal den Spiegel vorhalten. Im Nachhinein weiss ich es dann wieder und wünsche mir, dass ich in der nächsten Drucksituation, den Druck ablasse.

  6. Ich habe dieses charismatische des Leithengstes genauso erlebt. Mein Pferd , erst mit 16 gelegt, war lange Zeit in keiner Herde und ich hatte Bauchweh was die Integration dann mit 19 in die Herde anging. Bei früheren Zusammenführungen der anderen gab es immer richtig Prügel und Theater. Und auch als mein 19 jähriger kam, versuchten das die anderen . Aber er blieb einfach nur stehen und ist nicht gewichen, und so drehten die anderen kurz vorher ab. Er stand da, über alles erhaben. Das war ein ganz beeindruckendes Erlebnos

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      Das ist ja ein echt seltener und interessanter Fall und ich freue mich riesig für euch. Es hört sich fast so an, als ob da eine Herde „ohne Führung“ einen „Hengst“ bekommen hat.

  7. Hallo Marc, herzlichen Dank für den spannenden Artikel. Mein 8jähriger Vollbluwallach (Galopper) hat als Jährling den Herdenverband verlassen und ging zum EInreiten in den Rennstall (Einzelboxen). Seit einigen Monaten stehen wir nun im Reitstall mit Paddockboxen und Koppelgang. Nach wie vor attackiert er auf der Koppel jedes Pferd, das ihm droht (rangniedrige akzeptiert er sofort) – in unsicheren Situationen orientiert er sich stark an mir und gerät in Panik, wenn ich außer Sichtweite bin. Bei der Arbeit lässt er sich durch feinste Signale von mir (und nur von mir) regulieren – außer, er steht unter Stress. Dann rempelt er mich wie auch umstehende Menschen und sogar Pferde um (einmal hätte er einen deutlich größeren Wallach fast von den Füßen geholt) …

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      Dein beschriebenes Verhalten ist typisch für ein Pferd, dass sich in einer kleinen Herde wohler fühlt oder ein sehr ausgeglichenen in sich ruhenden Partner braucht. Bist du bei ihm, kannst du diese Rolle übernehmen. Fehlt ihm diese Anlehnung und er fühlt sich überfordert, könnte man sein Verhalten mit „Angstbeißen“ bei einem Hund vergleichen. Für ihn sind Routine und Verlässlichkeit besonders wichtig und er braucht Zeit. Mit etwas Geduld wirst du auf jeden Fall einen Freund fürs Leben haben. Genauso ist es übrigens bei mir und Fado gewesen. Link: Facebook

  8. Hallo Marc,

    Vielen Dank für diesen tollen Blog! Nach soetwas habe ich lange gesucht!
    Ich habe auch gleich eine Frage, vielleicht kannst du sie mir beantworten:
    Weißt du, wie sich die Rangfolge der Pferde / Reiter-Gespanne bei einem Gruppenausritt bildet? Hängt das von der Rangordnung der Pferde in der „Stallherde“ ab oder spielt der jeweilige Reiter auch eine Rolle? Es ist den Pferden ja nicht egal, an welcher Stelle sie laufen, manche laufen am liebsten ganz vorn, manche gern ganz hinten und manche in der Mitte (ausgehend davon, dass der Reiter sein Pferd die beste Position finden lässt). Darüber mache ich mir schon eine Weile Gedanken, komme aber nicht wirklich zu einem passenden Schluss…

    Liebe Grüße Anne

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      Das ist eine echt gute Frage, Anne. Wahrscheinlich hast du bisher noch keine Antwort darauf gefunden, weil es sich dabei um ein sehr komplexes Thema handelt, das von vielen Faktoren beeinflusst wird. Eine gute Ausgangsbasis ist deine Beobachtung, dass die Pferde sich in einer bestimmten Reihenfolge wohler fühlen. Allerdings hat die Reihenfolge, in der die Pferde gehen möchten nichts mit der Rangfolge zu tun. Das zum jeweiligen Zeitpunkt ranghöchste Pferd kann sowohl die Gruppe anführen, am Ende oder sogar in der Mitte laufen. Die Position ist von der Art und Weise, wie ausgeritten wird und vor allem vom Charakter der Pferde abhängig. Zusätzlich kommt beim Ausritt tatsächlich noch der Einfluss der Reiter mit ins Spiel. Also echt spannend und so umfangreich, dass ich dazu ein extra Video machen werde. 😉

      1. Oh wie cool 😊👍🏼👍🏼👍🏼 und: oh kein Wunder, dass ich da zu keinem klaren Ergebnis komme 🙈
        Mir ist schon vor langer Zeit aufgefallen, dass es beim ausreiten als Gruppe oft Gerangel gibt, sofern die Pferde nicht auf ihren „Wohlfühl-Positionen“ laufen können (und / oder dürfen), aber so richtig drauf aufmerksam geworden bin ich auch erst, als ich mit meinem Wallach, den ich selbst ausbilde, das erste Mal ausreiten war und er sich zu unserem Erstaunen an den Anfang der Gruppe gesetzt hat und dort schnurstracks drauf los lief. Er lebt in einem Aktivstall, ist dort eher eines der rangniedrigeren Pferde und mag gern auch ein bisschen für sich sein. Daher hatten wir damit gerechnet, dass er eher hinter dem ranghöheren Pferd bleibt. Aber vorn läuft er definitiv am liebsten, nur wenn er unsicher ist, bleibt er zurück und sucht sich einen Pferdehintern der vorraus geht 😄

        Danke für deine schnelle Antwort und einen prächtigen Abend!

        Liebe Grüße,
        Anne

  9. Sehr interessant, vielen Dank für den Artikel.
    Ich finde es immer schwer auszudrücken, was Dominanz letztendlich bedeutet. Habe auch einige Erfahrungen mit meinem jetzt 6 jährigen Wallach, der 4 Jahre bei mir ist. Er ist inzwischen Chef der konstanten 4er Herde. (3 Wallache, 1 Stute) . Ich versuche immer schon klar zu sein, ihm zu sagen, was ich möchte, oder nicht möchte, ohne Strafen oder Schmerzeinwirkung, nur mit Ruhe und konstanter Handlungsweise. Darunter verstehe ich Dominanz. Aber ich drücke auch mein Verständnis dafür aus, oder darüber, wenn ein Pferd etwas möchte, oder nicht möchte. Das lässt mich in ihrer aller Augen als attraktives Herdenmitglied erscheinen, dem gern gefolgt wird. Der Chef lässt sich von mir im schönsten Kampfspiel abrufen und kommt zu mir. Oder von der Weide rufen und alle folgen mit. Aber es kommt auch vor, dass sie nicht gleich kommen, wenn ich rufe und noch weiter fressen müssen. Dann hole ich sie einfach. Aber wenn ich den Auslauf betrete, laufen mir meist alle hinterher, egal, was ich gerade mache, es schein gut zu sein, bei mir zu stehen. Aber es gibt Ausnahmen, wenn Wichtigeres angesagt ist, wie neue Heunetze z. B. Aber ich fühle mich immer als „ranghoch“, kann ich das so ausdrücken? Ich bestimme also nicht immer und denke trotzdem, dass ich respektiert werde. Leider gibt es nur so wenig Worte zum Verständnis über „Dominanz“ … Das Wichtigste glaube ich, ein guter „Führer“ zu sein, und auf die Bedürfnisse der Herde einzugehen. Das erkennen alle an. Wie auch immer das dann genannt wird.

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      Vielen Dank für deine Schilderung, Lisa. Ich glaube, du machst es genau richtig. „Chef“ zu sein bedeutet ja nicht immer alles zu bestimmen, sondern auch Vertrauen entgegenzubringen. Manchmal ist das möglicherweise nicht ganz einfach, aber es ist eben auch ein Zeichen für Sicherheit, dem Pferde dann gerne folgen. Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß mit deinem Wallach.

  10. Hallo Marc , bin gerade auf Deinen Blog gestoßen. Und bin total gefesselt! Lese extrem viel über Pferde und beobachte meine Miniherde täglich. Ich habe eine Frage auf die mir bis jetzt keiner eine Antwort geben konnte. Vielleicht Du ?
    Ich habe eine im März 2016 3jährig gewordene Stute. Als diese im Oktober 2015 in meine Herde kam , setzte sie den ersten Huf auf die Koppel und alle wichen…Mehr passierte nicht! Alle anderen Tiere sind 8 und älter. Wie kann das sein ? Tierarzt , Hufschmied , befreundete Reiter und selbst meine Trainerin (lizenzierte TGT Trainerin Bodenarbeit und Reiten) sagten das sie sowas noch nie erlebt haben. Nun meine Frage : Warum hat sie sofort die ranghöchste Position einehmen können obwohl sie erst 2Jahre und 7Monate alt war ? (Diese Position behielt sie auch , nachdem vor 5 Wochen noch ein 4jähriger Wallach , dieser lebte bis November 2015 in einer Wildherde )in die Herde integriert wurde…Auch dies lief quasi ohne jeden Ton ab. Hast Du sowas schonmal erlebt ? Was trotzdem komisch ist : wenn ich ein Pferd aus der Herde nehme und mit diesem vom Grundstück „verschwinde “ fängt die Leitstute an zu wiehern, kein normales – sondern wie ein Fohlen, das klingt richtig unsicher. Dieses Verhalten ist völlig konträr . Nächste Frage wäre noch : kann man aus diesem Verhalten (Rangordnung auch im allgemeinen)Rückschlüsse auf den individuell richtigen Umgang im Bezug auf Training und Ausbildung eines Pferdes ziehen ? Herzliche Grüße Mandy

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      Liebe Mandy, du hast ein tolles Pferd. Es stimmt, solche Pferde sind selten, aber das Verhalten ist völlig normal. Es gibt Pferde, (in der Natur eher Hengste) die kampflos große Herden übernehmen. Das Wiehern ist eher ein Zeichen von Hilfslosigkeit, da die Stute keine Möglichkeit hat die Situation kontrollieren. Vermutlich ist dein Pferd bei der Arbeit sehr konzentriert und bemüht die Lektionen genau auszuführen und sich stetig zu verbessern. Eine gewisse Routine und eine anspruchsvolle Verknüpfung von Aufgaben müssten ihrem Wesen sehr entgegenkommen. Hier ist ein Link zu einem kurzen Video mit einem Palomino Hengst, der den gleichen Charakter hat wie deine Stute. Er hat kampflos über Nacht eine Herde wilder Mustangs übernommen. Link (das Video ist im Blogartikel ganz unten)

  11. Lieber Marc,
    Erstmal auch von mir vielen Dabk für deinen wunderbaren Artikel. Ich musste dabei sofort an eine Begegnung denken, die mich sehr beeindruckt und meinen Blick aufs Pferd verändert hat .
    Vor einiger Zeit habe ich einen Wallach kennengelernt der die ersten Jahre seines Lebens halb verwildert in Portugal verbracht hat , erst mit 5 importiert und dann gelegt wurde. Dieses Pferd ist unglaublich charismatisch. Er Managed seine Herde wie ein sanftmütiger , gütiger aber trotzdem lebenserfahrener Gentleman. Lässt sich nicht provozieren und wirkt ganz klar , als wisse er immer genau was zu tun ist . Es gab mal einen Querulanten der immerwieder ein sehr rangniedriges Tier bedrängte , da stellte er sich schützend davor und schlug auch mal mit den Vorderbeinen aus. Oft reichte aber ein Kopfschütteln. Dabei wirkte er aber so erhaben und nicht agressiv. Dieses Tier zieht einen in seinen Bann , unglaublich. Endlich schreibt mal jemand über dieses Phänomen. Vielen Dank dafür !

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      das ist ja lustig, Vanessa. Mein Fado ist auch aus Portugalund wurde erst spät gelegt. Er verhält sich allerdings ganz anders als deiner. Schön, wie du sein Verhalten beschreibst. 😉

    2. Ich hab einen Spanier, der auch einen sehr starken Charakter hat.
      Er ist sehr ranghoch, vielleicht sogar der Chef und seit er da ist werden die beiden rangniedrigsten Pferde kaum noch ‚gemobbt‘.
      Die Stute wurde immer wieder von 2 Wallachen bedrängt früher, aber seit meiner da ist halten die beiden Abstand und die Stute hat ihre Ruhe – mein Wallach markiert zwar den Boden und so weiter, aber ich habe noch nie beobachtet, dass er auf eine Stute drauf geht.

  12. Hallo,
    ich habe bei meinem andalusier Wallach beobachtet, dass er sehr hengstig ist.
    Im einen Stall wurde er deshalb leider nicht in die Wallachherde integriert, weil eine andere Einstellerin Angst um ihren Pferde-Opi hatte – sie hatte Angst, dass der alte sich nicht mehr wehren kann oder nicht schnell genug aus dem Weg gehen kann wenn die jüngeren Pferde herum rennen. Bei der ersten Begegnung unserer beiden Pferde ist meiner mit leicht gesenktem und zur Seite geneigten Kopf auf den Opi zugegangen um freundlich ‚Hallo‘ zu sagen. Der Opi hat sich so bedroht gefühlt, dass er rückwärts meinen mehrmals getreten hat. Daraufhin ist meiner weg gegangen – er hat das respektiert. Obwohl der Opi sich ja eindeutig zu behaupten wusste durfte meiner dann nicht mehr in die Herde was schade ist. Zu den Stuten durfte er leider auch nicht, weil der Stallbesitzer da sehr speziell war. Deshalb musste er separat in einem kleineren Offenstall mit kleinerer Weide wohnen. Neben ihm waren die Stuten, wenn eine rossig war ist er an den Zaun und hat leise und tief gewiehert, das hatte zur Folge dass die entsprechende Stute (manchmal auch 2 oder 3, je nachdem wer alles rossig war) an den Zaun gekommen sind und sie sich beschnuppert haben: Quietschen und Steigen von Seiten meines Pferdes – umdrehen und rossen von Seiten der Stuten. Dann hat meiner immer Markiert. Sehr sehr spannend das zu beobachten von einem Wallach.
    Nach ein paar Wochen war meiner der Chef aller Pferde, nicht nur der Stuten sondern auch der Wallache. Wenn er gerufen hat waren alle aufmerksam, ist er hoch zum Stall sind ihm alle gefolgt. Das war das spannendste was ich bisher beobachtet habe an Rangordnung, denn die Pferde waren ja räumlich durch Zäune getrennt.
    Ich hab meinen dann in einen anderen Stall gestellt wo er jetzt in einer Herde steht, die eigentlich aus 2 Herden besteht und meiner befindet sich ‚zwischen den Herden‘.
    Die ‚Ponys‘ hören auf ihn, die großen auch. Aber wenn einer der großen die Ohren anlegt weicht meiner, also ist er doch rangniedriger?
    Wenn ich reiten war und meinen zurück auf die Weide bringe, dann sortiert er alle Pferde. Er bleibt nach ein paar Metern stehen und schaut jedes Pferd einzeln an, und die Ohren arbeiten dabei ganz viel, es kommt noch nicken, Kopfschütteln und bischen Schweifwedeln dazu, und er Verlagert sein Gewicht mal hier hin und mal dort hin. Dann läuft jedes Pferd auf seinen Platz: die großen alle nach links, die ‚Ponys‘ beide nach rechts und meiner platziert sich dazwischen. Das ganze dauert nichtmal eine Minute und läuft immer nach den gleichen Schema ab.
    Am Anfang dachte ich, dass das Zufall sei wenn die Pferde so angeordnet auf der Weide stehen aber es folgt immer wieder dem selben Muster.

  13. Hallo Laura

    Das finde ich sehr spannend, Deine Beschreibung, wie Dein Pferd die anderen Pferde sortiert, wenn er zurückkommt.

    Mein Pferd ist ein bisschen ähnlich. Und auch er ist zwar ranghoch, aber nicht das Leittier. Dafür wäre er, denke ich, auch nicht geeignet.

    Ich stelle mir vor, ein Leitpferd kann ja nicht alles selber managen in einer Herde. Das wäre ja viel zu streng.
    Ich stelle mir vor, es ist eine Aufgabenteilung. Jeder hat seine Aufgaben.
    Und der Leithengst/-wallach hat die grösste Verantwortung von allen. Auf ihn hören alle.

  14. Hallo Marc,
    meine Halb Achal-Telkiner Stute Balahe ist jetzt 251/2 Jahre alt, seit 22 Jahren mit mir und eine absolute Alpha-Stute, sie führte mit 3 Jahren zusammen mit einem Wallach eine Herde von 35 Pferden.
    Jetzt unsere kleine Herde von 5 Pferden.
    Du kannst Dir vorstellen, dass ich durch die viel zu lernen hatte und immer noch habe.
    Ich habe sie selbst eingeritten, der Prozess dauerte ca 5 Jahre, na und, es ging schließlich um gegenseitiges Vertrauen, da sie außerdem sehr temperamentvoll ist.
    Das größte Geschenk für mich war vorletzten Sommer:
    Mein Mann mit seinem Araberhengst und ich mit Balahe machten einen 350 km Ritt bei uns in der Maremma.
    Schön am ersten Tag sprang eine Stute im unwegsamen Gelände-so ist das leider oft hier, dass Pferde alleine gehalten werden – über die Bänder und galoppierte auf unseren Hengst zu.
    Wie wenn ich das immer schön gemacht hätte – war es ich, oder war es Balahe? Wir waren es beide, wir verteidigten unsere Männer – und trieben die Stute ab und zurück zu ihrem Feld, wo sie wieder über die Bänder sprang. Das war ein herrliches Gefühl von Verschmelzen das ich noch heute in mir fühle, soviel Kraft, soviel Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit!!
    Doch es ging noch weiter:

  15. Lieber Marc,
    es ging noch weiter:
    Am zweiten Tag unseres Rittes, nach 7 Stunden Ritt, waren wir endlich auf dem Gelände der Tenuta, wo wir einige Tage verbringen wollten.
    Die Tenuta hat ein Gelände von 23 Quadratkilometern und dieser Teil war sehr wild. Was und niemand sagte, war, dass dort eine Herde von ca. 25 Stuten lebt. Wir waren in einem von Hecken ein gegrenzteb Ziehweg und wir hörten und sagen sie, neugierig, der Hebgst mit meinem Mann vorne, wurde sehr unruhig, ich hinten mit Balahe und wieder war mein Instinkt ganz klar. Ich stieg ab, ich fühlte mich reiterlich der Sutuation nicht gewachsen, ich drehte im Weg um 180 Grad und schön hörte ich sie im Weg auf uns herandonnern. Wir gingen Ihnen, Balahe an meiner rechten Habd entgegen. Ich schrie, fuchtelte mit der Gerte, Balahe war so unerschütterlich an meiner Seite, wir waren ein so starkes Team, dass die Leitstute abdrehte und mit ihr die ganze Herde. Puh, ich spüre es noch heute in mir, düse starke Verbundenheit.
    Ja und 8 Tage kamen wir wieder an dieser Herde vorbei, sie waren frei und beobachteten uns still in einer Entfernung von ungefähr 8 Metern. Wir konnten ganz ruhig und selbstverständlich an Ihnen vorbeireiten, ich vorne, der Hengst mit meinem Mann hinten.
    Ein unvergessliches Erlebnis.
    Christine mit Balahe

  16. Sehr interessanter Beitrag! Zu sehen, wie die Wildpferde das untereinander regeln, finde ich total spannend. Vor allem auch, dass es da nicht nur einen Weg gibt, sondern abhängig von Pferd und Situation verschiedene. Wirklich spannend! 🙂

    Liebe Grüße
    Tina

  17. Danke für diesen Beitrag. Ich mache Coachings mit Pferden u.a. kommen immer wieder die Themen fürhung, Kommunikation und die Souveränität des Leittieres kann Vorbild für jeden Chef sein. Ich gebe den Beitrag gerne weiter.

  18. Hallo,
    meine Reitponystute ist ranghoch. Genau wie mein freches Shetty. Von beidem lernte ich mit ganz viel Feingefühl und bewusst mit ihnen umzugehen. Manchmal glaubte ich, ein Machtwort sprechen zu müssen. Dabei verlangte es entweder nach Sicherheit und Ruhe. Oder ich sollte es einfach noch einmal anders erklären, weil sie mich nicht verstanden haben. Und ich danke für Ihre Zeichen.
    Liebe Grüße

  19. Guten Tag,

    ich bin schon öfter über Ihre Artikel gestolpert und bin sehr fasziniert von den Strukturen in Herden.
    Lange beschäftige ich mich, auch beruflich mit Pferden.
    Nun stehen seit kurzem unsere Isländer bei uns am Haus. Es sind ein Wallach (11 Jahre) und eine Stute (21) die ich schon lange habe. Sie standen in der Vergangenheit mal zusammen in Herden oder auch getrennt (da auf Höfen ja oft nach Geschlecht getrennt werden). Beide mögen sich sehr.
    Nun kamen noch 3 Pferde dazu, aber leider funktioniert es bisher nicht mit allen zusammen. Dazu gekommen ist eine Stute (15), ein dominanter junger Wallach (7) und ein ruhiger zurückhaltender Wallach (20).
    Leider haben sich unser langjähriger Wallach und der jungen neue Wallach sehr aggressiv gegeneinander verhalten. Der Neue stand in der Vergangenheit wohl auch nicht mit Stuten zusammen. Unser Walach war in seiner früheren Herde unangefochten ranghoch, ohne das je durch mehr als Drohen zu erreichen. Auch der Neue war in seiner Wallachherde ,aus der er zu uns kam, deutlich ranghoch. Beide scheinen es nicht gewohnt zu sein, dass da einer kommt der nicht gleich nachgibt. Unser Wallach hat dann versucht die Stuten abzuschirmen und sobald das nicht ging, gingen die Prügeleien los. Beide meinten das völlig ernst (ansteigen, mit offenem Maul, in Hals und Beine beißen). Ich habe sie dann wieder getrennt, denn keiner von beiden gab nach und sie waren am zittern und müde! Unser Wallach hatte sichtbar Stress und kurz danach auch ganz plötzlich Haarlingsbefall. Mit dem älteren neuen Wallach klappt es sehr, sehr gut. Aber der dominante, junge Wallach steht bisher separat neben den Andern. Nun frage ich mich, wie ich es doch noch schaffe alle wieder zusammen zu bringen. Sie haben einen großen abwechslungsreichen Paddock, mit Hügel und verschiedenen Bereichen, 24 Stunden Heu aus Netzen und stehen immer draußen.
    Ich habe Angst, dass einer der beiden ernsten Schaden nimmt, wenn ich sie nochmal zusammen bringe. Wenn der dominante Wallach alleine steht, schlafen die „Streithähne“ so gar dicht nebeneinander am Zaun. Aber sobald eine Stute rosst, quietschen sie sich am Zaun an und beide wollen die Stuten abschirmen. Die Stuten verstehen sich extrem gut und der ältere neue Wallach hält sich aus allem raus und versucht Stress aus dem Weg zu gehen.
    Ist es wirklich so, dass eine so gemischte Herde nicht funktionieren wird? Muss ich die Prügelleinen ertragen, bis klar ist wer die Stuten beansprucht? Alle sagen mir immer nur, dass sie die Herden nach Geschlecht trennen würden. Aber diese Möglichkeit habe ich nicht. Meine alte Stute war in der Vergangenheit in reinen Stutenherden auch sehr unglücklich und sobald Wallache dabei waren wieder deutlich entspannter.
    Ich bin mittlerweile ratlos, will aber nicht so schnell aufgeben.
    Da ich gelesenen habe, dass Sie bezüglich der Herdenstrukturen neue Erkenntnisse gewonnen haben, bin ich sehr interessiert, zu welchen Einsichten Sie gekommen sind.
    Ein großes Kompliment für Ihren Beitrag zu mehr Verständnis für diese wunderbaren Tiere!
    Viele Grüße,
    Linda

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