Die Herde

Jede Herde ist anderes. Die kleinste Herde besteht aus zwei Pferden. Große Gruppen können dagegen aus mehr als 100 Tieren bestehen. Insgesamt können wir frei lebende Herden in fünf verschiedene Kategorien einteilen.

  • Die kleine Herde: 2-4 Pferde
  • Die normale Herde: 6-14 Pferde
  • Die große Herde: 20-40 Pferde
  • Die Mega – Herde: über 60 Pferde
  • Die Hengst Herde: ab 2 Pferde

Warum haben nicht alle Herden die gleiche Größe?

Es kann mehrere Gründe haben, warum die Größe einer Herde nicht gleich ist. Eine logische Erklärung für eine kleine Herde ist, dass es sich um eine Herde handelt, die gerade entsteht. Möglicherweise hat ein junger Hengst seine erste Stute erobert und ist noch auf der Suche nach weiteren Stuten. Es kann auch passieren, dass eine Herde sich vorübergehend getrennt hat. So etwas kann vorkommen, wenn ein Fohlen stirbt und die Mutterstute zusammen mit ihren engsten Freundinnen bei ihrem Nachwuchs bleibt. Der Rest der Herde kann dann schon etwas weitergezogen sein und ist für uns nicht sichtbar. Da Pferde über eine andere Wahrnehmung wie wir Menschen verfügen, wissen sie ganz genau, wo sich die anderen Tiere befinden.

Es gibt viele Gründe, warum sich ein Herde (scheinbar) trennt.

Wir dürfen uns also nicht von Ausnahmesituationen täuschen lassen, wenn uns frei lebende Herden unterschiedlicher Größe begegnen. Trotzdem: Auch, wenn das Umfeld in Balance ist und Herden natürlich gewachsen sind, sind sie verschieden.

Wer bestimmt die Anzahl?

Die Herdenstruktur wird vom Hengst gestaltet. Für mich ist es die wichtigste und schwierigste Aufgabe, die die Hengste haben. Ihr Charakter entscheidet über die Anzahl der Pferde innerhalb der Herde und die Anzahl der Pferde schafft wiederum die Basis für die Aufteilung der Herde in Alter und Typen der Einzeltiere.

Es braucht Zeit, bis junge Hengste ihre Herde zusammengestellt haben.

Nur, wenn alles zusammenpasst, treffen wir auf eine harmonische Herde. Wild lebende Pferde machen das instinktiv richtig. So finden wir nicht nur alle Charaktere innerhalb einer Herde, sondern können auch beobachten, dass die Pferde je nach Charakter andere Aufgaben erfüllen und auch unterschiedlich miteinander kommunizieren.

Kann eine kleine Herde funktionieren?

Wie kann es aber eine Balance in einer Herde geben, wenn diese aus nur zwei oder drei Wesenstypen besteht? Da muss doch etwas fehlen? Ja, das ist richtig. Die einzelnen Charaktere innerhalb einer Herde halten sich gegenseitig im Gleichgewicht. Ein wachsames und ruhiges Pferd beruhigt eine Herde, die zu aktiv geworden ist. Andersherum kann ein geselliges Pferd den Zusammenhalt der Gruppe stärken.

Gesellige Pferden stärken ihre Bindungen häufiger durch Grooming.

Da es fünf verschiedene Charaktere gibt, ergibt sich daraus eine Vielzahl von Wechselbeziehungen, die in einer Miniherde nicht zustande kommen können. Trotzdem gibt es Pferde, die sich in kleinen Herden wohler fühlen.

Die Hintergründe sind komplex

Warum das so ist, wodurch kleine Herden in Balance bleiben und wie die einzelnen Typen kommunizieren, erkläre ich daher ausführlich in der Masterclass. Dort bekommst du jede Woche ein neues Video, indem natürliches Pferdeverhalten zu sehen ist.

 

Comments 3

  1. Hallo lieber Marc,
    ja, leider sind bei uns die Herden ja gezwungenermaßen zusammen. Manche funktionieren, manche nicht. Meine kleine Herde aus zwei Wallachen funktioniert vom ersten Tag an gut. Als beide zusammen kamen war der eine 2 Jahre und der andere ca. 25 und völlig unterschiedliche Rassen und Charaktere. Die Machtverhältnisse haben sich jetzt, 6 Jahre später gedreht, was aber völlig problemlos war. Beide hängen natürlich sehr aneinander, wobei der Alte gelernt hat auch stundenweise alleine zu bleiben, der Junge kann es gar nicht ertragen.
    Der Junge hat übrigens nach 7 Jahren seine Mutter wieder in seiner Nähe. Meine romantische Idee von der Familienzusammenführung war leider schnell dahin. Er kann sie nicht ausstehen und hat sie erst mal ordentlich vermöbelt.
    Pferdeverhalten ist so spannend. Ich freu mich noch ganz viel von dir zu sehen und zu lesen.

  2. Hallo marc, ja das ist ein sehr spannendes thema!! Mein erster araberwallach war sehr dominat, ich hielt ihn mit einem shetty wallach zusammen. Erst als wir umzogen, in eine gemischte herde, wurde mir klar warum ich mit ihm so probleme hatte. Er war ein anführer und das wollte er auch in dieser herde sein, leider war da der anführerwallach gleich stark. Die drei jahre in denen meine beiden in dieser herde waren, war es nie zu einer klärung zum chefposten gekommen😢 Ich zog wieder um und wir kauften zu den zweien noch zwei shettystuten, mein araberchef war happy, er hatte seine herde😍😍😍 später kam ein junger araber dazu, das war schon ein ding, bis es klappte, aber die zwei wurden die dicksten freunde. Nun lebt der alte araberchef nicht mehr, meine kleine herde wirkt sehr verschlafen, sehr harmonisch, aber sehr ruhig. In zwei wochen kommt ein neuer junger araberwallach dazu, mal sehen wie die kleine herde wird😳
    Mlg conny

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.