Natürliches Pferdeverhalten

Die Wissenschaft ordnet Verhalten in verschieden Kategorien ein und bildet damit die Grundlage für eine systematische Beobachtung von Tieren. Meine Schilderungen bauen auf diesen Erkenntnissen auf, dokumentieren natürliches Pferdeverhalten, hinterfragen vorhandene Denkansätze und ermöglichen neue Einblicke in das intime Leben von wilden Pferden.

Fohlen beim Saufen

Natürliches Pferdeverhalten: Das angeborene Formen der Zunge zu einem Trichter.

Wenn ein kleines Fohlen seine Zunge zu einem Trichter zusammenrollt und auf der Höhe des Euters seiner Mutter nach dem ersten Schluck Milch sucht, dann handelt es sich um ein angeborenes Verhalten. In der Tierwelt kennen wir viele Situationen, in denen angeborenes Verhalten überlebenswichtig ist. Unterscheiden können wir hierbei: Reflexe und Instinkte.
Reflexe können nicht gesteuert werden. Der Fluchtreflex ist ein typisches Beispiel. Bemerken Pferde in ihrer unmittelbaren Umgebung etwas Unbekanntes, springen sie erst mal ein paar Meter zur Seite oder zögern zumindest. Dieser Reflex ist, da es bei akuter Gefahr auf jede Sekunde ankommt für Pferde überlebenswichtig.

Erlerntes Verhalten: Die beiden Koniks lernen geduldig zu warten - keine leichte Lektion für 4 jährige Nachwuchshengste.

Erlerntes Verhalten: Die beiden Koniks lernen geduldig zu warten – keine leichte Lektion für 4 jährige Nachwuchshengste.

Die eindrucksvollste Art und Weise, wie Pferde untereinander ihr Wissen weitergeben und damit Verhaltensmuster erlernen ist, wenn ein Althengst seinen Nachfolger ausbildet. Auch, wenn Pferde schon ein paar Tage nach ihrer Geburt anfangen sich spielerisch zu jagen, so bedarf es doch einiges mehr, um gestandene Mutterstuten zu überzeugen, wieder in die Herde zurückzukehren.
Die Basis, damit ein Pferd von einem anderen etwas lernt, ist Vertrauen. Nur dann folgt ein Pferd bedingungslos den Anweisungen seines Lehrers. Der größte Lernerfolg wird durch Nachmachen erzielt. Hat der Junghengst noch Probleme, die Stuten zu treiben, kommt der Leithengst ihm zur Hilfe. Macht der Junghengst einen guten Job, so darf er später sogar eine Stute decken.

Verhalten gegenüber dem Menschen: Pferde sind dem Menschen gegenüber freundlich gestimmt.

Verhalten gegenüber dem Menschen: Pferde sind dem Menschen gegenüber freundlich gestimmt.

Will ich als Mensch wilden Pferden gegenübertreten, um natürliches Pferdeverhalten zu studieren, muss ich mich ihnen unterordnen – zumindest den Hengsten. Vorher müssen die Pferde allerdings verstanden haben, dass von mir keine Gefahr ausgeht. Dafür muss die Annäherung zwingend auf Pferdeart ablaufen. Wenn der Leithengst nach circa fünf Tagen die Einladung in die Herde ausgesprochen hat, kann man sogar als Mensch am Herdenleben teilnehmen.

eBook über Pferdeverhalten: Die Leithengste Lüge

 

 

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