Lebensraum Wald

In der Evolution der Pferde spielte der Wald eine entscheidende Rolle. Noch heute ist der Lebensraum Wald für wilde Pferde ein sehr wichtiger Rückzugsort. Er bietet ihnen nicht nur Schutz vor Wetter und Raubtieren, sondern hält auch ein vielfältiges Nahrungsangebot für sie bereit.

Wald ist nicht gleich Wald

Die natürliche Landschaft hat sich in Mitteleuropa in den letzten 500 Jahren extrem verändert. Im ersten Moment mag uns dieser Zeitraum sehr lang vorkommen, aber für die Entwicklungsgeschichte der wilden Pferde ist es nur ein Wimpernschlag. In dieser Zeit mussten über Jahrtausende gewachsenen Urwälder der Kultivierung durch die Landwirtschaft weichen. Zwar finden wir auch heute noch zahlreiche Wälder, aber dabei handelt es sich zum größten Teil um Wirtschaftswälder. Die großen Laubwälder wurden abgeholzt und wenn wieder aufgeforstet wurde, dann überwiegend durch Monokulturen aus Nadelholz. Für die Wildbestände war das eine große Katastrophe.

Der Wald als Nahrungsquelle

Futtersuche im Wald

Futtersuche im Wald

Der größte Unterschied zwischen einem ursprünglichen Wald und einem Wirtschaftsforst ist der Reichtum der Tier -und Pflanzenwelt. Die meisten von uns kennen das Bild von einem grasenden Pferd. Hauspferde knabbern auch gerne an Holzzäunen oder Stalltüren, worüber sich viele Stallbesitzer ärgern. Es liegt daher wohl auf der Hand, dass auch wilde Pferde in den Wald gehen um dort Holz zu fressen. Aber der Wald bietet noch viel mehr Nahrung für Pferde. Sehr oft konnte ich schon beobachten, wie wilde Pferde gezielt durch Wälder streifen, um ganz bestimmte Moose zu fressen. Vor allem Jährlinge, aber auch kränklich wirkende Tiere suchen in aller Ruhe den Waldboden über Tage nach bestimmten Pflanzen ab. Instinktiv wissen sie, welche ihnen guttun.

Selbst Jährlinge wissen wo sie besondere Pflanzen finden.

Selbst Jährlinge wissen wo sie besondere Pflanzen finden.

Leider können wir einen natürlich gewachsenen Urwald nicht einfach mal so kurz für unsere Hauspferde neu anlegen. Schade, denn leider finden wir in einem aufgeforsteten Wald im Vergleich zu einem Urwald nur noch 1 Prozent des Vorkommens von Flechten und Moosen.

Sind Pferde nicht eigentlich Steppentiere?

Ja und Nein. Wir können die Urpferde ist mehrere Kategorien einteilen. So gibt es natürlich das von den meisten Wissenschaftlern auf Grund der Genetik als einziges Wildpferd angesehene Przewalski-Pferd (Equus ferus przewalskii), von dem heute nur noch einige wenige, in Folge von Auswilderungsprogrammen in der Mongolei, in ihrem ursprünglichen Lebensraum leben. Dabei handelt es sich tatsächlich um ein Tier, welches optimal an das Leben in einer wüstenähnlichen Steppe angepasst ist.

Der bereits 1909 ausgestorbene Tarpan (Equus ferus ferus) galt dagegen als Waldbewohner und wir können davon ausgehen, dass in den heutigen Koniks sehr viel Tarpanblut fließt. Nachdem nämlich der letzte wild lebende Tarpan beim Versuch ihn für ein Zuchtprogramm einzufangen gestorben ist, versuchten Zoologen eine Rückzüchtung mittels Islandpferden, Gotlandponys und Koniks. Das Ergebnis ist, genauso wie das aus Koniks und Mustangs entstandene Hegardtpferd, ein urtümliches Pferd, welches die gleichen Körpermerkmale wie die eines Tarpans aufweist.

Wir können also die Ursprünge der Pferde grob in zwei Kategorien einteilen: Steppe und Wald. Allerdings kenne ich nur zwei Gebiete auf unserer Erde, in denen wilde Pferde keinen Wald in ihrem Lebensraum finden. Bei beiden Gebieten handelt es sich um Gegenden, in denen verwilderte Hauspferde leben und die Pferde durch die geografische Isolierung keine Möglichkeit haben ihr Territorium zu verlassen. Denn selbst in der Heimat der Przewalski-Pferde, dem Hustai-Nationalpark gibt es dichte Wälder.

Was macht den Wald so wichtig für Pferde?

Außer zur Nahrungssuche nutzen wilde Pferde Wälder vor allem als Rückzugsort. Wir können dieses Verhalten der Wildpferde durchaus mit der Nutzung eines Offenstalls bei Hauspferden vergleichen. Es gibt drei Hauptgründe, warum wilde Pferde sich gerne in den Wald zurückziehen:

Schutz vor Sonne und Hitze
Schutz vor Regen und Schnee
Schutz vor Moskitos

Aber der Wald wird von wilden Pferden auch noch für eine andere extrem wichtige Funktion genutzt: die Flucht vor Raubtieren. Nun mag man denken, dass wenn Pferde flüchten, sie auf einer großen Ebene mit festen Boden die größten Chancen haben um zu entkommen. Das stimmt allerdings nicht. Genauso wie andere Pflanzenfresser, die auch Beutetiere sind, nutzen wilde Pferde sehr geschickt ihre anatomischen Vorteile.

Welche Vorteile haben Huftiere bei der Flucht?

Auch die Thomson Gazelle in den Sümpfen Botswanas nutzt ihren einzigen Vorteil gegenüber Angreifern geschickt aus. Werden Gazellen von Löwen oder Wildhunden angegriffen, steuern sie so schnell wie möglich überschwemmte Gebiete an. Durch ihre langen schlanken Beine sind sie im Sumpf schneller als ihre Verfolger und so manch ein Löwe hat sogar schon seine Jagd bei der Konfrontation mit Wasser – typisch Katze – abgebrochen oder zumindest gezögert, so dass sich die Gazellen einen entscheidenden Vorsprung erkämpfen konnten.

Ein Löwenrudel wäre sicherlich eine kaum abzuwehrende Gefahr für wilde Pferde. Auch der Puma ist ein extrem erfolgreicher Jäger und in Nordamerika fallen ihm viele Pferde zum Opfer. Gegen die Angriffe eines anderen Beutegreifers dagegen haben unsere Wildpferde eine sehr erfolgreiche Strategie entwickelt: Für ein Wolfsrudel sind Pferde keine leichte Beute. Haben Wölfe in ihrem Territorium andere Beutetiere zur Wahl, greifen sie eher selten wilde Pferde an.

Der Wald ist ein Schutzschild gegen Wölfe

Wolfsspuren sind, obwohl sie sehr groß sind, selten gut sichtbar.

Wolfsspuren sind, obwohl sie sehr groß sind, selten gut sichtbar.

Ja, Wölfe können sehr gut riehen (Pferde übrigens auch) und nehmen daher die Witterung von Beutetieren olfaktorisch auf. Beginnen sie allerdings zu jagen, spielt ihre visuelle Wahrnehmung eine große Rolle. Sie jagen auf Sicht. Wildpferde nutzen genau das zu ihrem Vorteil. Bei einem Angriff flüchten sie, wenn möglich durch einen Wald. Idealerweise kombinieren sie dabei noch die Sichtbarriere der Vegetation mit tiefem morastigen Boden. Ihre Verfolger verlieren so kurz die Orientierung und müssen, wenn sie bis zum Bauch im Sumpf einsinken, enorm viel Kraft aufwenden, um eine Pferdeherde zu verfolgen. Die meisten Wolfsangriffe werden bereits mit dieser Form der durchdachten Flucht vereitelt. Schafft es ein Wolfsrudel dennoch Wildpferden durch einen Wald zu folgen oder nimmt es die Spur wieder auf und stellt die Herde auf einer Lichtung, ist der Adrenalinspiegel der Pferde durch die Flucht sehr hoch. Das Risiko für die Angreifer ist jetzt enorm, denn die Herde befindet sind nun in absoluter Alarmbereitschaft und die Hengste sind extrem aggressiv. In der Regel brechen Wölfe ihren Angriff spätestens jetzt ab. Das sind sicherlich besondere Situationen und ich habe sie auch erst dreimal in freier Natur erlebt. Aber es zeigt uns, das der Wald mehr ist, als nur Schutz vorm Wetter.

In dem kurzen Video siehst du eine Herde Mustangs, die vor einem Rudel Wölfen in den Wald flüchtet. Der Leithengst bleibt als letzter auf der Lichtung, bevor auch er in den Tiefen der Wälder am Rande der Rocky Mountains verschwindet.


Wie können wir die Vorteile eines Waldes in die Haltung von Hauspferden übertragen?

Mein größter Wunsch ist, dass alle Pferde einen lichten Mischwald nutzen können. Ist das nicht möglich oder erst durch Aufforstung in ferner Zukunft zu realisieren, sollten wir drei Dinge bereitstellen:

einen geräumigen Offenstall mit mehreren großen Öffnungen
verschiedene „Fluchtwege“
ein ausgewogenes Nahrungsangebot

Konnte ich dich mit diesem Blogartikel zum Nachdenken anregen? Welche pferdegerechten Maßnahmen hat dein Pferd bereits zur Verfügung? Welche könntest und möchtest du noch verbessern?

Ich freue mich auf eure Kommentare und Ideen zur artgerechten Pferdehaltung.

Übrigens: Auch ich habe nach dem Schreiben des Artikels überlegt, was ich bei meinen Pferden verbessern kann. Eine kleine Senke mit Mutterboden und ein zu drei Seiten offener Unterstand sind dabei herausgekommen. 😉

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Comments 26

  1. Sehr wissenswert!! Ich dachte mir schon, dass der Wald einen solchen Effekt hat, da ich das gut bei meinem Pferd erkennen konnte: Bei weitläufigen Gelände, war er sichtlich nervöser, schaute mehr umher und trug den Kopf angespannt weiter oben. Im Wald entspannte er sich merkbar!

    Wir stehen im Offenstall, der leider nicht unserer ist, somit können wir an der Haltung nicht viel ändern. Aber ich lass ihn gerne im Wald beim Spaziergang etwas rumknabbern – ist schon spannend, tatsächlich werden Moose, Laub und kleine Hölzer gerne mitgenommen 😊
    LG und Danke für diese tollen und spannenden Artikeln!

  2. Hiermit werden meine Beobachtungen bestätigt. Meinen Pferde steht auf ihrem Trail ein Waldstück zur Verfügung. Ich freue mich immer wiede darüber, wie sehr sie ihn nutzen.

  3. Unsere Weiden sind von einer bis drei Seiten von Laubwald umgeben, den wir selbst leider nicht nutzen dürfen. Die Pferde stehen öfter nachts am Waldrand, oder auch tagsüber, wenn sie was zum knabbern suchen. Bei heißem Wetter ziehen sie den Offenstall (Massivbauweise) vor, wohl weil es dort weniger Blutsauger gibt. Wenn sie tagsüber draußen lagern, ziehen sie eine kleine Erhöhung mit Überblick vor. Wir haben den Eindruck, dass ihnen der Wald eigentlich nicht so ganz geheuer ist. Wenn sie sich erschrecken, z.B.Treibjagd in der Nähe oder auch ein Feuerwerk, flüchten sie immer ins Freie, möglichst Mitten auf die Weide.

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      Wenn ich dich richtig verstanden habe Elke, können eure Pferde nicht in den angrenzenden Wald, oder? Dann wäre ihr Verhalten ganz normal. Bei einer Flucht nutzen sie nur Gelände, welches sie kennen. Sicherlich ein großer Unterschied zwischen Wildpferden und Hauspferden, da wilde Pferde ja ihr gesamtes Territorium erkunden können. Aussichtpunkte (wie Hügel oder weite Ebenen) werden meist immer aufgesucht, wenn sie eine Situation noch nicht genau einschätzen können.

  4. Lieber Marc,
    das ist wieder mal ein toller Artikel. Ich gehe oft mit meinen Beiden im Wald spazieren, wo sie dann Moos, Rinde, Flechten und Waldboden fressen dürfen.EIne Zeitlang habe ich notiert, welche Moose und Flechten sie bevorzugen.
    Im Winter haben sie auch immer Äste auf dem paddock zur Verfügung.
    DANKE für den detaillierten Artikel!!!!!
    LG Helga

  5. lieber marc,
    danke für diesen tollen blog-beitrag. mir wat gar nicht bewusst, dass so viele wildpferde/urpferde wälder nutz(t)en!
    mein Isländer lebt in einem großen aktivstall mit ca. 60 artgenossen und 24/7 heu (aus eigenproduktion, verhältnismäßig artenreich) an vielen stationen. sie haben auch einen großen „matschbereich“ mit erdhügel und einer kleinen senke mit mutterboden, wie du sie beschreibst. die pferde fressen/schlecken öfter die erde in diesem auslauf und saufen sehr gern das wasser aus der senke – sogar, wenn sich da schon „algen“ ansiedeln. es fasziniert mich, wie klug die pferde sind und nach so langer zeit als domestizierte tiere immer noch instinktiv wissen, was ihnen guttut. und wenn frische nadelbau-stämme in den auslauf kommen, sind diese innerhalb weniger tage komplett abgenagt – die pferde scheinen richtig danach zu lechzen… mein isi leckt auch liebendgern im wald erde. dafür hat er ganz bestimmte stellen, gerne auch unter thujamoos zb. er geht ganz gezielt an solche stellen. auch totholz, äste und baumstämme werden gern beknabbert; im winter kann er gar nicht genug von tannennadeln bekommen. im frühjahr gibt es frische blätter von zb buchen. daran gewöhne ich ihn jetzt mehr und mehr, da er blätter zb noch nie von sich aus gefressen hat. aber wenn ich es ihm vorschlage, is(s)t er gern dabei 🙂 schwierig wird es bei ihm mit mineralfutter. ich möchte kein herkömmliches geben, sondern eines aus reinen kräutern und gemüsen, rinden, hölzern usw. das verschmäht er leider. hier stellt sich mir eine große frage: wie wichtig ist mineralfutter noch, wenn man seinem pferd ca. 2x pro woche die möglichkeit gibt, nach herzenslust im wald zu schlemmen??? und: wie viel erde fressen ist „normal“? ich denke oft, er könnte einen mangel haben und daher so wild auf den wald sein. oder weiß er eben ganz genau, was er braucht und muss entsprechend viel aufnehmen, weil die böden bei uns (nordschwarzwald) einfach nicht sehr reich sind. da bin ich etwas am zweifeln, beobachte es aber einfach auch gern, vor allem, wenn er mal wieder etwas neues probiert, wie neulich zb hasel… soweit ich weiß, dürfen die wenigsten pferde bei uns draußen fressen, weil das als unart gilt – schade für die klugen tiere. ich bin immer bemüht, meinem pferd ein möglichst naturnahes leben zu bieten. am liebsten wäre mir ein paddocktrail mit bachlauf und großem mischwald! mal sehen, was die zeit noch bringt 🙂 soweit mein feedback, danke fürs lesen!
    in großer dankbarkeit für deine arbeit,
    Lisa

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      Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar, Lisa. Ich bin ganz bei dir, Fütterung ist ein riesen Thema. Ich konnte auch schon oft beobachten, wie Pferde (sowohl wilde als auch meine zu Hause) gezielt nach Sträuchern, Gräser usw. suchten. Ich glaube, das Schwierige ist, zu erkennen, welche Pflanzen/Nährstoffe fehlen, um diese dann extra zu füttern.

      1. Ja, das frag ich mich auch… Bin auch vorsichtig geworden mit Mineralfutter, da ich immer öfter von „Übermineralisierung“ lese. Ein weites Feld, dieses Thema 🙂

  6. Ich freue mich sehr darüber, dass gerade ein Tierfilmer 🙂 sich des Themas “ Pferdeleben so natürlich wie möglich “ annimmt und so fundiert und schön aufbereitet ! Nachdem uns ein Jaime Jackson Denkanstösse nach Europa geliefert hat, wird sehr viel mehr über Offenstall bzw. Trails nachgedacht !

    Wir können natürlich, je nach Lage und Umfeld nur Näherungslösungen bieten – aber allemal besser als Boxenhaltung !

    Ich persönlich verfüge leider über keinen Wald – daher wird dieser in Form von Stämmen, Ästen und Zweigen (incl. Beeren) geliefert 🙂

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      Vielen Dank für deinen Verweis auf Jaime. Hufe und „Bodenbeläge“ sind auf jeden Fall ein wichtiges extra Thema und ich finde es super, wie viel sich in den letzten Jahrzenten in der Pferdehaltung verbessert hat. 😉

  7. Deswegen sammel ich Äste, wenn ich Zeit hab und füttere sie den Pferden. Die sind dann auch immer sehr schnell weg =) Im Wald frisst mein Pferd auch gerne den Boden, wohingegen Moos im Heu eher aussortiert wird.

  8. Danke für diesen tollen Bericht! Meine Idealvorstellung von einer Pferdeweide hat schon immer ein Waldstück beinhaltet 😊

  9. Ich möchte mich dem allgemeinen großen Dank sehr gerne anschließen. Meine (leider verstorbene) Stute hatte im Wald beim Spazierengehen immer wieder regelrecht in den Boden gebissen, nicht nur daran geleckt, obwohl sie Mineralfutter bekam. Ich habe sie eine Weile gelassen und dann unterbrochen, weil ich eine Sandkolik fürchtete. Eine Vorrednerin (-schreiberin) hat auch schon nach dem möglichen Maß gefragt. Ich fände es sehr schön, lieber Mark, wenn du uns dazu noch etwas sagen könntest.

    1. Hallo Regina, das Thema Sandkolik hatte mich auch schon beschäftigt. Ich hab mich erkundigt: Erde ist Erde und kein Sand 🙂 Das klingt mir logisch. Es gibt zwar auch sehr sandige Erde aber ich beobachte, dass Pferde sehr genau wissen, dass sie möglichst wenig Sand aufnehmen sollten und das vermeiden, wenn sie können. Daher darf mein Hoppa so viel Erde fressen, wie er mag. Wenn er regelmäßig (2-3 Mal die Woche) im Wald naschen darf, hält es sich aber auch in Grenzen… LG

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        Ja, richtig es besteht ein großer Unterschied zwischen Erde und Sand. Sand, wie er in vielen Ausläufen zum Trockenlegen verwendet wird, besteht in der Regel aus zermahlenen (Kiesel)steinen oder Muscheln (Strandsand). Er ist super geeignet, um trockene Liege -und Wälzstellen anzulegen, sollte aber nicht gefressen werden. Normalerweise machen Pferde das auch nicht, außer sie haben Langeweile und nichts anderes zur Verfügung. Erde dagegen besteht aus zersetzten organischen Stoffen (Blätter, Gehölze usw.) Die oberste Schicht (Auflagehumus) ist stark von der Umgebung abhängig und beinhaltet neben vielen Nährstoffen auch Mikroorganismen, die u.a. die Darmflora und die Vitaminbildung unterstützen und sich somit positiv auf Immunsystem und Stoffwechsel auswirken.

  10. Toller Artikel! Wald ist auch für uns und unsere Kinder wichtig!
    Ich bin am Aufbauen eines Paddock Trails, immer kommt etwas mehr dazu. Jedes Jahr möchte ich einige Bäumchen pflanzen, die die Pferde, wenn diese eine gewisse Größe erreicht haben, auch fressen dürfen. Grad morgen wird der Trail erweitert um eine große Erle herum und einem Bachlauf entlang. Ich freue mich.

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      Das finde ich toll, Lili. Es muss ja nicht immer alles sofort sein. Stück für Stück ein bisschen mehr „Pferdeparadies“. 😉

  11. Lieber Marc, danke für diesen wertvollen Beitrag. Ich habe das Glück, an meiner Weidefläche, angrezenden Wald zu besitzen. Ich habe viele Weidenbäume und Birken und Bambus gepflanzt. Pferde lieben es, diese Pflanzen zu fressen, sie sind die beste und gesündeste Nahrungsergänzung!

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      gerne. Wie witzig, unsere Ramona macht sich auch immer über den Bambus her, wenn sie im Garten zum „Rasenmähen“ ist. 😉

  12. Hallo Marc. Du kennst meinen Stall ja. Hier aber trotzdem eine Beschreibung für die ein oder andere Idee.
    Meine Pferde leben in einem gemauerten, kühlen Offenstall mit verschiedenen Ausgängen bei mir am Haus. Auf dem anschließenden eingewachsenen Paddock gibt es einen Sandhügel, der gerne als gemeinsamer Schlafplatz, zum Wälzen und als Ausguck genutzt wird. Die Weißdorn- und Rosenhecke wird regelmäßig und gerne beknabbert. Ab und zu gibt es mal einen großen Ast zum Knabbern (Weide, Obstbaum…). Der ist dann sehr schnell „leer“. Auf der großen Koppel entsteht für weit über ein halbes Jahr ein kleiner See (in der nassen Jahreszeit), der sehr gerne zum Planschen, Trinken und vor allem zum „Unter-Wasser-Grasen“ genutzt wird. Frisches Wasser gibt es ganzjährig außerdem auch im Stall. Ebenso Stroh (und Heu im Winter) in Heunetzen, im Futterball, in der Heutonne und hinterm Fressgitter vom Boden. Glücklicherweise haben sich an zwei Stellen nah des Knicks einige Birken selbst gepflanzt. Diese sind mittlerweile zu zwei kleinen Wäldchen gewachsen. Dort stehen meine Pferde gerne mal im Schatten und knabbern Rinde. Bei „Gefahr“ (Silvester, laute Musik am Vatertag…) versammeln sie sich allerdings eher auf großer Fläche bzw. flüchten dort hin. Im Winter hänge ich zusätzlich zum Heu im Stall auch Heunetze in die Wäldchen und lege mehrere kleine Heuhaufen auf die Koppel. So bleiben meine Pferde immer in Bewegung. Einen Pott mit Torf hatte ich den Pferden ebenfalls hingestellt. Den haben sie allerdings nicht gut angenommen. Bei den Nachbarpferden ist das der Renner…
    Was ich noch plane ist ein kleiner Bereich mit großen, runden Kieselsteinen als weiterer Untergrund für gesunde Hufe. Außerdem möchte ich darin dann zur Beschäftigung immer mal Möhren oder Ähnliches verstecken.
    Es gibt auch noch andere Ideen. Aber alles zu seiner Zeit. Das möchte ja auch alles finanziert werden. 😉 Meinen Pferden geht es im Vergleich zur Boxenhaltung ja schon seeehr gut.
    Vielen Dank für Deine Interessanten Beiträge!
    Liebe Grüße, Cookie

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      Vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung, Cookie. Auf die „Sylvester-Gefahr“ reagieren unsere Pferde ähnlich. Zum Glück sind die alten so cool, dass auch alle anderen relativ entspannt bleiben. Aber sie stehen schon auch draußen auf einer freien Fläche und beobachten das Feuerwerk ganz genau. Verschiedene Bodenbeläge sind auf jeden Fall gut (ich erweitere die auch ständig). Ich glaube neben der Abnutzung der Hufe sind auch verschiedene Untergründe sehr gut für die Trittsicherheit und Wahrnehmung, weshalb ich auch immer öfter barfuß laufe. 😉

  13. Hallo, habe das Glück, dass an meiner (Pacht-) Weide an einer Seite komplett Knabberbares steht, vor allen von den Weiden brechen immer wieder Zweige und Äste an, die dann fast vollständing vertilgt werden. Auch die Brennesseln und Disteln werden gerne gefresse und jetzt zum Herbst/Winter hin vollständig runtergefressen.
    Anmerken möchte ich noch folgendes zu dem Thema Wald: Wir leben in Deutschland ;), da ist alles mit Vorschriften geregelt. Und – wenn sich daran in den letzten Jahren nichts Grundlegendes geändert hat – ist es mit der Haltung von Großvieh, zu denen ja die Pferde gehören – schwierig. Selbst erlebt, allerdings mit Kühen, haben wir, dass wir eine naturnahe Weide mit Bäumen haben bewachsen lassen, damit die Rinder besseren Schutz finden und schwupps bestand die Gefahr, dass diese Weide nicht mehr als Weide genutzt werden durfte, da sie zu Wald wurde, und der steht unter besonderem Schutz und darf von eben diesem Großvieh nicht beweidet werden, die Bäume könnten nämlich Schaden nehmen…. nur mal so … falls jemand in der glücklichen Lage sein sollte, auf seiner Weide Bäume zu pflanzen, lieber vorher erkundigen, ob und wie viele es denn sein dürfen…. : )

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  14. Wirklich unglaublich! Dann muss man vermutlich auch als Besitzer seines eigenen Grund und Bodens „fragen“, ob denn der eigene kleine Wald überhaupt von den Pferden genutzt werden darf. :-/ Danke für den Hinweis auf die – leider so typische wie abstruse – deutsche „Regelwut“.

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