Marc Lubetzki Wildpferde

RENDEZVOUS IN DEN BERGEN MIT WILDPFERDEN

Der lichte Waldboden federt jeden meiner Schritte sanft ab und der Geruch von feuchten Moosen dringt tief in meine Nase. Als dann auch noch die Sonne über den Bergkamm steigt und wärmend durch die Tannen scheint, muss ich einfach stehen bleiben. Ich schließe meine Augen für einen Moment und horche tief in den Wald hinein. Ich höre ein leichtes Rau­schen der Zweige im Wind. Ab und zu zwitschert leise ein kleiner Vogel.

Ach ja, so still, wie es mir zunächst vorkam, ist es hier gar nicht. Ich muss mir nur die Zeit nehmen, um aufmerksam hinzuhören. Ein Geräusch vermisse ich allerdings sehr: das fröhliche Wiehern eines Pferdes oder wenigstens ein leises Schnaufen. Ach, wäre das schön. Aber es ist nichts zu hören, außer der zarten Melodie des Waldes.

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Lichte Wälder mit Strauch- und Krautschicht sind ein idealer Lebensraum für Pferde.

Wälder zählen für mich zu den Top-Lebensräumen für Pferde. Wildpferde halten sich gerne und oft in lichten Wäldern und am Wandrand auf. Ein Naturwald unterscheidet sich sehr von wirtschaftlich genutzten Forst. Die Bäume bilden in einem Naturwald eine Einheit, stehen meist in gleichmäßigen Abständen und dennoch nicht in gerade ausgerichteten Reihen. Dazu sorgen Wildpferde und andere große Pflanzenfresser für eine offene Strauchschicht. Durch einen Wald zu laufen, in dem es weder angelegte Wege, Schneisen für den Holztransport oder abgesägte Bäume gibt ist ein unbeschreiblicher Genuss.

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Als Tierfilmer darf ich mich nicht anschleichen wie ein Wolf.

Die schönsten Dinge passieren, wenn du überhaupt nicht damit rechnest.

Marc Lubetzki
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Lange bevor ich den Hengst entdeckt habe, hat er mich gesehen.

Einem solitären Wildpferd zu begegnen ist selten. An ihrem Verhalten erkennt man sofort den Grund dafür. Ist ein Pferd unruhig hat es meist seine Herde durch einen Wolfsangriff verloren. Ein entspannter Hengst wie dieser ist dagegen nur scheinbar alleine unterwegs. Er hält sich in der Nähe anderer Herden auf und macht den Pferden das Angebot sich ihm anzuschließen. Eine gute Möglichkeit um auch als Mensch in eine Herde aufgenommen zu werden .

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Zunächst halte ich Abstand und beobachte den Hengst aus der Ferne.

Wildpferde haben Zeit und beobachten ihre Umgebung genau. Eine Parallele zu meiner Arbeit als Tierfilmer. Einfach mal zwei oder drei Stunden auf einem Stein sitzen und Tieren zuschauen, ist ein Geschenk, dass sich jeder selbst machen kann.

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Grasen Wildpferde entspannt weiter, ist es ein gutes Zeichen für eine spätere Annäherung.

Fressen bedeutet für Pferde mehr als nur Nahrungsaufnahme. Sie entspannen sich dabei und signalisieren, dass alles in Ordnung ist. Dass der junge Hengst anfängt zu grasen ist also ein gutes Zeichen für mich. Obwohl “grasen” ist gar nicht das richtige Wort: Gras ist nur ein Teil seiner Nahrung. Er sucht auch nach Farn, Moosen und frischen Trieben von Sträuchern und Bäumen.

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Nach einer Weile zieht der Hengst im ruhigen Schritt höher in die Berge.

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Mit gebührendem Abstand folge ich ihm im gleichen Tempo.

Ohne dichter zu kommen folge ich dem Hengst in die Berge. Bis wir uns näher kommen wird noch einige Zeit vergehen. Pferde untereinander sind da viel schneller. Sie kennen sich allerdings auch, selbst wenn sie in verschiedenen Herden leben. Außerdem sollte uns als Mensch stets bewusst sein, dass wir zu einer anderen Spezies gehören.

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Über zwei Jahre hat mich meine Assistentin Vanessa Späth begleitet um die Making of Aufnahmen für das Buch “Im Kreis der Herde” zu machen.

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Lieber Marc,

Danke!
Für diesen wundervollen eMail-Kurs. Es ist mal wieder so bereichernd. Informativ und gleichzeitig spannend zu lesen. Und die wunderschönen Fotos dazu berühren mich.

Danke für dein Wirken und all die wertvollen Impulse. Ich nutze sie für die Lebensgestaltung meiner Pferde und das Training. Und ganz besonders gern in meinen Coachings als Beispiele dafür, wer Pferde wirklich sind und was wir von ihrem natürlichen Verhalten über uns selbst lernen können.

Und dafür möchte ich dir heute einfach mal Danke sagen.

Ich freue mich auf alles, was da noch kommt.

AUTHOR
Moin, ich bin Marc Lubetzki
Portrait von Marc Lubetzki - Wildpferde-Experte

Ich lebe seit 2012 die Hälfte des Jahres zwischen Wildpferden. Dabei durchstreife ich regelmäßig in 7 Ländern mit verschieden Herden ihre Lebensräume und beobachte ihr Leben, ihre Fressgewohnheiten, ihre Kommunikation und ihr Sozialleben.