Was ist Normal?

Fohlen werden mit sechs Monaten abgesetzt. Ein Hengst befruchtet mehrere Hundert Stuten. Die ersten Fohlen kommen bereits im Januar – nur damit sie bei der Zuchtshow schon etwas kräftiger als die anderen sind. Stuten und Hengsten leben in getrennten Herden. Alte Pferde kommen in extra Gruppen. Ich könnte diese Aufzählung noch stundenlang weiterführen – leider.

Warum „funktionieren“ Pferde dennoch? Weil sich Pferde extrem gut anpassen können. Trotzdem: Schaffen wir es unseren Hauspferden ein wenig Normalität zu bieten, werden sie glücklicher. Normalität hört sich langweilig an. Wir leben in einer Zeit, in der nur noch die spektakulärsten Bilder und Meldungen wahrgenommen werden. Wirklich? Oder sehnen wir uns genauso wie unsere Pferde nach der natürlichen Balance? Warum haben wir sie verloren? Weil wir (Pferdemenschen) nur noch Pferdefotos von glänzenden Pferden kennen, bei denen noch der letzte Fleck im Fell wegretuschiert wurde? Weil Dressurreiter verkrampft nach jeder kleinen Taktunreinheit suchen? Weil wir die Futterration unserer Pferde aufs Gramm genau ausrechnen, obwohl wir uns selbst alles andere als ausgewogen ernähren?

Ich nehme mich da gar nicht raus und weiß auch, dass meine Blogleser eigentlich die falschen Ansprechpartner sind. Aber selbst, wenn wir schon auf einem guten Weg sind, unseren Pferden eine natürliche Haltung zu bieten und einen pferdegerechten Umgang praktizieren, müssen wir uns nicht trotzdem immer wieder fragen: „Was ist normal?“

Marc Lubetzki - Wildpferde Was ist Normal?

Eine Herde findet natürlichen Windschutz am Waldrand.

NORMAL IST

  • das Pferde in einer Herde leben
  • das die Herde aus Stuten und Hengsten besteht
  • das jede Altersstufe in einer Herde vorkommt
ups – die letzten beiden Punkte sind nicht immer richtig. Ja, es ist gar nicht so einfach normal zu sein. Warum? Weil Pferde sehr verschieden sind: Je nach ihrem Charakter leben sie in unterschiedlichen Herdenverbänden, pflegen andere Freundschaften und übernehmen andere Aufgaben innerhalb ihrer Herde. Wilde Pferde regeln das instinktiv. Der Hengst stellt die Herde so zusammen, dass sie eine möglichst homogene Gemeinschaft bildet.
Marc Lubetzki - Wildpferde Was ist Normal?
Auch, wenn Pferde von Natur aus robust sind: Sie suchen Schutz vor Sonne und Regen.

Wie können wir, da wir leider diese Instinkte größtenteils verloren haben, ein genauso gutes Gefühl für Pferde entwickeln, wie ein wilder Hengst, der von Geburt an…

  • 24 Stunden am Tag
  • 365 Tage im Jahr
  • bei Wind und Wetter
  • bei Tag und Nacht
  • bei Ruhe und Gefahr

…in einem natürlichen Sozialverband aufgewachsen ist? Wir haben nur eine Option: Wir müssen es lernen – selbst, wenn wir bereits ein gutes Bauchgefühl haben.

Du möchtest möchtest dich auf eine besondere Weise mit deinem Pferd verbinden, so dass es dir sein Vertrauen schenkt – selbst in schwierigen Situationen?

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Unentschieden? Das sagt Silke zum Kurs:
Lieber Marc, Danke! Für diesen wundervollen eMail-Kurs. Es ist mal wieder so bereichernd. Informativ und gleichzeitig spannend zu lesen. Und die wunderschönen Fotos dazu berühren mich. Danke für dein Wirken und all die wertvollen Impulse. Ich nutze sie für die Lebensgestaltung meiner Pferde und das Training. Und ganz besonders gern in meinen Coachings als Beispiele dafür, wer Pferde wirklich sind und was wir von ihrem natürlichen Verhalten über uns selbst lernen können. Und dafür möchte ich dir heute einfach mal Danke sagen. Ich freue mich auf alles, was da noch kommt.
AUTHOR
Moin, ich bin Marc Lubetzki
Portrait von Marc Lubetzki - Wildpferde-Experte

Ich lebe seit 2012 die Hälfte des Jahres zwischen Wildpferden. Dabei durchstreife ich regelmäßig in 7 Ländern mit verschieden Herden ihre Lebensräume und beobachte ihr Leben, ihre Fressgewohnheiten, ihre Kommunikation und ihr Sozialleben.